Zwiegespräch mit meinem Charakter

Cord Oliver Molthan Training


Ich bin Führungskraft, endlich. Ich führe Menschen. Ich berufe Besprechungen ein. Ich bestimme welche Arbeit gemacht werden muss. Ich berichte an meine Chefs nur was sie wissen müssen. Und ich weiß es meistens besser als die Menschen, die ich führe. Manchmal bin ich nicht mehr so tief im Thema drin. Dann schwimme ich, aber das kann ich ja nicht zeigen. Also bestimme ich und treffe Entscheidungen, um Stärke zu zeigen. Ich bin schließlich Führungskraft und meine Mitarbeiter suchen Orientierung bei mir. Ich habe auch schon Entscheidungen getroffen, die eigentlich nicht so gut waren. Im Nachhinein fällt das auf. Das gefällt mir auch nicht. Aber was soll ich machen? Meine Fehler zugeben? Vor mir geht das ja gerade noch. Im stillen Kämmerlein. Und auch das fällt mir schwer. Jeder Fehler ramponiert mein Bild von mir selbst. Ich muss doch alles unter Kontrolle haben. Ich bin verantwortlich. Ohne mich geht es nicht. Wenn ich nur einen kleinen Riss zulasse…..wo soll das enden? Kann ich mich dann noch ernst nehmen, wenn ich weiß, dass ich Fehler mache? Bin ich dann noch ein wertvoller Mensch? Und was ist mein Wert? Welchen Wert habe ich in der Organisation? Meine Chefs bezahlen mein Wissen, meine Fachkenntnisse, bezahlen meine Selbstsicherheit. Und außerdem muss ich meine Interessen schützen. Ich will meinen Posten behalten und keinen anderen vorbeilassen. Ich will keine Konkurrenz. Ich will nicht, dass ein andere zeigen kann, dass er oder sie den Job besser machen könnte als ich. Also muss ich filtern. Ich muss kontrollieren, was wen wo erreicht. Ich muss mich schützen. Das ist keine Schwäche. Das ist notwendig in dem Wettbewerb, wo jeder nur an sich selber denkt……