Facilitator’s ABC: Komfortzonen

Cord Oliver Molthan attitude, facilitation

K = Komfortzonen

Gebe ich einem web browser den Auftrag nach Komfortzone zu suchen, bekomme ich sehr viele Treffer. Die Produkte, die mir vorgeschlagen werden sind Öfen und Heizungen, Kosmetik, Badzimmerausstattung, gemütliche Textilien und Essen. Alles, was einem Menschen das Gefühl gibt, hier kann ich sein, hier bin ich Mensch, so kann ich bleiben. Behaglich…..vor allem an einem stürmischen Winterabend.   

Ganzjährig gibt es Komfortzonen auch beim Arbeiten und in der Interaktion mit Menschen und beim Denken. Sie führen ein wohliges Schattendasein, da die Menge der Arbeit, die wenige Zeit, der Glaube an sich und die Einsicht ohne Wandel ihnen ein warmes Nest bereiten. So kommt es, dass man morgens aus seiner häuslichen Komfortzone heraustritt und sich beeilt, in seine beruflich Komfortzone einzutreten. Man weiss, wie was gemacht wird, da man es ja schon immer so gemacht hat. Und es läuft ja mehr oder minder, wie man jeden Tag in der eigenen, durch Routine getrübten Wahrnehmung sieht.

Der erklärte Feind dieser Komfortzonen ist die Frage, die zum Nachdenken einlädt. Der mit ihr verbündete, indirekte Feind ist die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Sie zwingt einen, die einmal gestellt Frage auf Treu und Glaube zu beantworten. Da man dies weiss, fragt man sich im Vorfeld, ob Fragen stellen wahrhaftig eine Tugend ist.

Gesetzt den Fall ein Mensch möchte eine Frage stellen: da rate ich mit einer kurzen Frage zu beginnen. Zum Beispiel: Wie könnte ich es anders machen? oder Wann macht es allen mehr Spass? oder Wie geht mehr bunt?

Nur ein paar Worte, die mit ein paar Worten beantwortet werden, die wieder eine Frage zeitigen und schon rollt der Schnellball mit zunehmender Vehemenz den Berg hinab. Hinweggefegt werden all die schönen Komfortzonen. Doch oh je…. nach den Worten kommt die Tat und erneut schauen wir unseren Komfortzonen ins Auge.