VUCA Gedanken

Gedanken zu                VUCA                /      VUKA
                                         Volatility          =     Volatilität                        
                                         Uncertainty    =     Unsicherheit                            
                                         Complexity     =      Komplexität                                  
                                         Ambiguity       =      Ambiguität
                                                                           

Unbeständigkeit

πάντα ῥεῖ - panta rhei, der Wandel als das einzig Beständige in unserer Existenz. Evolution. Geburt, Kindheit, Jugendjahre, Blüte der Jahre, Herbst des Lebens, Abschied. Spielen, lernen, anwenden, aussortieren, vergessen. Wissen erlangen und weitergeben und wieder von den Kleinen lernen. Wandel umgibt und umfaßt alle Facetten unseres Lebens, sei es beruflich oder privat. Schicksalsschläge, unerwartete Wendungen, Planungen, die nicht eintreffen, unerwartete Schönheit...… . Was braucht man dafür?

Ein chinesisches Strategem lautet:

Mit leichter Hand das Schaf wegführen.

Mit leichter Hand das (einem unerwartet über den Weg laufende) Schaf (geistesgegenwärtig) wegführen. Das Schaf steht stellvertretend für eine überraschende Chance außerhalb des Zielbereichs. Das wäre die richtige Haltung, oder? Möglicherweise hat das Reich der Mitte schon den Weg gefunden, mit dem Unbeständigen umzugehen. Planung ist hierbei genauso wenig hilfreich wie Rechthaberei und das Konzept der Schuld.

Unsicherheit

Unsicherheit bezieht sich auf das Ausmaß, in dem wir die Zukunft zuversichtlich vorhersagen können. Unsicherheit bezieht sich auch auf die persönliche Haltung. Und Unsicherheit bezieht sich auf die Entscheidung, der nicht planbaren Welt als Individuum entgegenzutreten oder aber mit übersummativer Intelligenz zu begegnen, die sich aus einer diversen Gruppe von Menschen speist, die im Austausch stehen. So gibt es drei Aspekte, wie man sich mit Unsicherheit beschäftigen kann: die eigene Sicherheit über Fähigkeiten, Möglichkeiten und Herangehensweisen. Ist man im ständigen Fluß des Lernens und des Aufnehmens von Entwicklungen und Trends? An welchen Quellen orientiert man sich? Was liest man und was nicht? Wo geht man hin und wohin nicht? Diese Entscheidungen fallen leichter, wenn man Teil eines diversen Netzwerkes ist und den gegenseitigen Austausch pflegt. Altersstufen, Glaubensrichtungen, Biographien, Ethnien.... je diverser desto besser. Als letzten Gedanken noch die Mähr der Planung. Ob das wohl ein kultureller Ballast ist? Dem nachzugehen beschert einem eine spannende Reise.

Komplexität

Komplexe Systeme sind durch ihre Dynamik, d.h. die zeitliche Änderung ihrer Systemzustände bestimmt. Systemzustände hängen von der Wechselwirkung der Systemelemente ab. So entstehen Chaos und Unordnung, aber auch neue Strukturen und Ordnungen durch Selbstorganisation. (Komplexität, Klaus Mainzer, W. Fink Verlag, 2008, Seite 38.)

Mainzer sagt, dass die Wechselwirkungen der Systemelemente so stark sein können, dass eine Organisationsform, die bisher in einem System regelnd geherrscht hat, von einer anders gearteten Organisationsform abgelöst wird. Die Zeit der Veränderung bezeichnet Mainzer mit dem Wort Phasenübergang. Dieser Ablösungsprozess, in dem Chaos und Unordnung herrschen ist für das System Gesellschaft mit seinem Subsystem Wirtschaft eine umfassende Belastungsprobe.

Mehrdeutigkeit

Mehrdeutigkeit oder auch Vieldeutigkeit ist aufregend.

Es ist der Alptraum für Menschen die Eindeutigkeit, Sicherheit, Handhabungen, Richtungen, Linearität, lineare Kausalität, klare Erklärungen suchen.

Es ist die Freude der Menschen, die bunte Blumensträuße mögen, nicht wissen, wohin sie reisen werden, bis sie sich ins Auto setzen, von der Hand in den Mund leben, an Karma glauben und die Wiedergeburt. Vieldeutigkeit braucht Wachsamkeit, Vorstellungskraft, ein spielerische Element, Neugierde, Unrast, Leichtigkeit. Und es gibt neue Einsichten, Überraschung. Es öffnet Türen, die man gar nicht gesehen hat. Man findet Ideen, wo man Dürre erwartet hat. Mehrdeutigkeit ist auf- und sehr anregend.

Unsicherheit, Ambiguität, Mehrdeutigkeit.

Mehrdeutigkeit bedeutet, dass es für einen Umstand mehrere Bedeutungen geben kann. Man sich also nicht ganz sicher, welche Interpretation oder welchen Wert man zuordnen kann oder sollte. In dem Schwebezustand der Alternativen gehalten zu werden für einen bestimmte Zeit, empfinde ich als einen Prozess, der die Denkfähigkeit befeuert und durch den sich kreative Energien freisetzen. Immer wieder geht man zu dem scheinbar noch nicht gelösten Thema und findet erneut Wege, die man beschreiten kann. Manche dieser Wege kann man sogar parallel beschreiten und – auch wenn sie widersprüchlich sind oder scheinen – zu jeweils guten und sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Nicht jeder mag diese Vorgehensweise. Vorhersehbarkeit, Routine, Optimierung und Eindeutigkeit sind notwendige Bestandteile des täglichen Lebens. Einen Menschen mit seinen Fähigkeiten und seinem möglichen Nutzen durch seinen Titel schnell und eindeutig zu identifizieren und dadurch in der Maschinerie des Wirtschaftens einordnen zu können, ist beliebt. Welche Führungskräfte erlauben sich den Luxus das Vage, die abstrakte Disposition als attraktiv zu erkennen und ihnen Zeit zu widmen? Wer sagt schon: „Überraschen Sie mich!“ oder „Ich brauche einen Mitdenker!“ oder „Ich muss mal wieder Undefiniertes entdecken!“

Stellen Sie sich vor, ein Vertriebsmitarbeiter ruft bei einem potentiellen Kunden an und sagt: „Wir können gut denken und sind offen für neue, technische Wege. Sollen wir nicht mal sprechen über was Sie so bewegt und was wir denken?“ Die Wahrscheinlichkeit, dass auf der andern Seite Zeit genug ist, um die Dimension des nicht eindeutigen Satzes zu verarbeiten, ist selten zu finden. Meistens kommt die Replik: „Und was genau machen Sie? Was genau können Sie uns bieten?“ Ein mechanistisches, Zeit sparendes Denken wird zelebriert, wo nach Ersatzteilen gesucht wird, die in ein bereits existierendes System passen müssen. Welche Führungskraft hat genug Mut sich Zeit zu nehmen, um Instabilität, Kreatives, neue Impulse in seine Gespräche zu lassen? Ist Ambiguität nicht eine Voraussetzung für Entwicklung? Wie überall ist auch hier ein gesundes Verhältnis von Eindeutigkeit und Mehrdeutigkeit sinnvoll. Der Mensch und das Wirtschaften brauchen die Sicherheit des Funktionierens und der Routine. Eine zukunftsfähige Entwicklung beginnt jedoch meistens mit Uneindeutigkeit und sich daraus ergebenden, notwendigen Veränderung von Denkmuster.

Volatilität

Volatilität, Agilität

Frage: …………

Antwort: Wir haben die Planung für dieses Jahr abgeschlossen. Wir haben die Themen nach dem ermittelten Bedarf aufgefächert und auch die Partner, mit denen wir arbeiten, stehen fest.

Frage: Welches Thema beschäftigt Sie denn dieses Jahr?

Antwort: Agilität und neu denken. Frage: ………….

Komplexität

Laterales Denken

Beim vertikalen Denken kommt es auf die Richtigkeit an. Reichtum ist das, worauf es beim lateralen Denken ankommt. Vertikales Denken wählt einen Weg aus, indem es andere Wege ausschließt. Laterales Denken wählt nicht aus, sondern versucht, andere Wege zu eröffnen. Mit vertikalem Denken wählt man den vielversprechendsten Zugang zu einem Problem, die beste Art, eine Situation zu betrachten. Mit lateralem Denken erzeugt man so viele alternative Ansätze, wie man kann. …….. Edward de Bono, Laterales Denken S. 38 Pinguin-Bücher, 1970

Eine gute Beschreibung dessen, was es ist und was es nicht ist. Aber wie macht man das? Wie trainieren Sie sich darin, so viele Ansätze wie möglich zu generieren? Wie trainieren Sie sich darin, sich zu öffnen, statt zu selektieren? John Cleese sagt, dass unter anderem die Schaffung eines klar definierten Raumes in Zeit und Raum dazu beiträgt, die Fähigkeit des Gehirns zum lateralen Denken zu fördern. Ja... und interessanterweise braucht dieser Raum manchmal nur für den Bruchteil einer Sekunde da zu sein, um zu funktionieren. Vielleicht, weil die Wiederholung die Übung erleichtert. Was zu der Frage führt, ob laterales Denken zur Gewohnheit werden kann?

Unsicherheit, Komplexität

Man kann nur kontrollieren, wovon man sich abhängig macht, wovon man sich also seinerseits kontrollieren läßt.

Das heißt letztlich, man kann nur sich selbst kontrollieren, dies aber widerum nur über den Umweg über andere und anderes. (Dirk Baecker, Postheroisches Management, Merve Verlag Berlin, 1994, S.54 ff)

Aussage: „Vertrauen müssen sich Menschen bei mir erst verdienen. Ich schaue mir erst mal an, wie die die Arbeit so machen. Wenn das einigermassen klappt, gut. Die Dinge müssen allerdings auch über längere Zeit klappen. Solange habe ich ein Auge drauf. So einfach vertrauen…ne, das geht nicht.“ Und schon mache ich mich als Führungskraft von meinem Misstrauen und damit der Notwendigkeit der Kontrolle abhängig. Ich kontrolliere andere, damit ich das Gefühl der Kontrolle habe und mein grundlegender Ansatz des Misstrauens sich als richtig erweist. Dies wird er allemal, da ein anderer Mensch eine Aufgabe nie so bearbeitet, wie man selbst. Also muss ich, im schlimmsten Fall - also wenn ich glaube, dass nur mein Weg der richtige Weg ist -, nacharbeiten. Somit kontrolliert mich der Irrglaube des richtigen Weges und die schiere Anwesenheit des Anderen in einer Umgebung mit Aufgagen, die in meinem Zuständigkeitsbereich liegen. Anstrengend!!

Eine Alternative: Vertrauen. Doch wie geht das? Kann ein Mensch bewußt seine Arbeitsumgebung hin zu gegenseitigem Vertrauen beeinflussen? Auf jeden Fall hätte er, wenn er dies Fähigkeit beherrscht, weniger Kontrolle zu leisten und wäre dadurch zeitlich weniger abhängig.

Unsicherheit

Komplexität,

entweder - oder oder ein Königsweg aus agilem Vorgehen in Selbstbewußtsein

Wege in der Komplexität
Mehrdeutigkeit