Kreativität, Ideenfindung und Innovation

Ideenfindung

Der Zusammenhang zwischen Kreativität, Ideenfindung und Innovation

     Wie finde ich Ideen?        Wir sind auf Ideensuche.    Neues  wagen ist     gleich      Ideenfindung.           Bisher nicht                 begangene      Wege     beschreiten.        Der Kreativität    die        Tür öffnen. Sich       nach        Ideengebern           umschauen.             Sich   Gedanken           machen über   Methoden      und   Techniken der          Ideenfindung.     Kreativitätstechniken        ausprobieren.  Einen      Ideation          Prozess gestalten  und                         durchlaufen.

Was es braucht für Ideenfindung

Um Ideen zu finden braucht es eine Umgebung, die kreatives Denken zulässt und befördert. Es braucht Menschen, die sich sicher und frei bewegen können, sowohl physisch als auch mental und emotional. Es braucht einen Prozess, da Struktur der Kreativität hilft. Und idealerweise wird das kreative Potential, über das wir alle verfügen, in mehr oder minder definierte Bahnen gelenkt. Dann ist Ideenfindung nur eine Frage der Zeit und Lust. Machen wir daraus eine Formel sähe sie vermutlich so aus:

Unternehmenskultur als Funktion der Kreativität
plus offene Menschen
mal Zeit
mal umgebende Realität
plus das Quadrat aus Struktur
dividiert durch einen Facilitator
ergibt eine unbekannte Variable
mal Ideenfindung!

Also.... zuerst die Unternehmenskultur, dann Kreativität, darauf Ideenfindung und schließlich die Innovation.

Pareto und die Qualität der kreativen Idee

Pareto sagt: Wenn 80 Prozent einer Aufgabe erfüllt sind, reicht das. Die restlichen 20 Prozent sorgfältig zu bearbeiten, um die Aufgabe vollständig zu erledigen, verbraucht zu viel Energie.

Pareto ungleich kreative Qualität

Wenn man kreativ ist, liegt die Qualität der Sache, Idee, Ware, Einsicht oder Perspektive oft in den restlichen 20 Prozent. Das bedeutet übersetzt: Die erste Idee ist oft konventionell, da sie unseren mentalen Modellen und dem, was wir in der Vergangenheit gesehen oder erlebt haben, entspricht. Idee Nummer zwei könnte eine lauwarme Alternative sein, die immer noch stark von unseren Mustern und unserer Ungeduld, den produktiven Prozess der Schöpfung schnell zu beenden, beeinflusst wird. Das Ergebnis wird nicht den Reifegrad erreichen, der es umsetzungswert erscheinen lässt. Doch wenn wir weitermachen und weitermachen und die Dinge immer wieder durchgehen, und wenn wir Annahmen in Frage stellen, das sechste Mal und wenn wir eine mentale Grenze angehen, die unserem Wunsch widersteht, darüber hinauszugehen, dann könnten wir nach mühsamer Arbeit etwas wirklich Neuartiges finden, das man als kreativ bezeichnen kann. Zeit und Mühe also und nicht loslassen könnten die Qualität des Kreativen fördern.

Meinungen zu Kreativität

Tony Proctor

Kreativität bedeutet die Fähigkeit, neue und unterschiedliche Sichtweisen auf ein Thema zu entwickeln. Dabei geht es darum, unser Wissen über das Thema aufzubrechen und neu zu strukturieren, um neue Einsichten in seine Natur zu gewinnen.

"Creative Problem Solving for Managers - Developing Skills for Decision Making and Innovation", Tony Proctor

Ellis Paul Torrance

definierte Kreativität als:
Der Prozess der Sensibilisierung für Probleme, Unzulänglichkeiten, Wissenslücken, fehlende
Elemente, Disharmonien, usw.; Identifizierung der Schwierigkeit; Suche nach Lösungen,
Vermutungen oder Hypothesen zu den Mängeln anzustellen; Testen und Wiederholungsprüfungen
und schließlich die Kommunikation der Ergebnisse.

"Scientific Views of Creativity and Factors Affending its Growth", E. Paul Torrance

"Paul Torrance: His Life, Accomplishments, and Legacy"

Tudor Rickards

definiert Kreativität als den persönlichen Entdeckungsprozess, teilweise unbewusst,
was zu neuen und relevanten Erkenntnissen führt.
Tudor Rickards plädiert auch für einen Blick auf Kreativität als universellen menschlichen Prozess, der in der Flucht vor Annahmen und der Entdeckung neuer und aussagekräftiger Perspektiven, oder als "Flucht aus der mentalen Verklemmung". Im Großen und Ganzen glaubt er, dass Kreativität mit persönlicher, interner Umstrukturierung zu tun hat.

Tony Proctor

Erfindung ist ein Akt der Kreativität, der zu einem Gerät, einem Prozess oder einer Technik führt, die neuartig genug ist eine signifikante Veränderung in der Anwendung der Technologie herbeizuführen.

Tony Proctor

Ideengenerierung ist kein Zufallsprozess. Ideen entstehen scheinbar zufällig nur dann, wenn die Leute tatsächlich nach ihnen suchen. Es geschieht nicht mit Menschen, die nicht neugierig sind oder
nicht nachhaken oder die sich nicht intensiv mit der Suche nach Möglichkeiten, Öffnungen, Antworten oder Erfindungen beschäftigen.

Tony Proctor

Das logische Denken schreitet in einer Reihe von Schritten voran, von denen jede von der letzten abhängig ist. Dieses neue Wissen ist nur eine Erweiterung dessen, was wir bereits wissen, anstatt wirklich neu zu sein. Das Bedürfnis nach kreativer Problemlösung ist durch die Unzulänglichkeiten des logischen Denkens entstanden. Es ist eine Methode der Verwendung von Imagination zusammen mit Techniken, die Analogien verwenden, Assoziationen und andere Mechanismen, die dazu beitragen, Einsichten in Probleme zu gewinnen, die möglicherweise nicht anderweitig durch konventionelle, traditionelle Methoden der Problemlösung erreicht werden.

Tony Proctor

Intelligenzwerte erklären nicht die schöpferische Fähigkeit. Hochproduktive kreative Köpfe
bilden mehr neuartige Kombinationen als die bloß Begabten. Wenn ein bestimmter Stil des Denkens
sich durch hochproduktives kreatives Denken auszeichnet, ist es die Fähigkeit, Nebeneinanderstellungen, Aneinanderreihungen zu machen zwischen unähnlichen Subjekten. Es ist eine Fähigkeit, Dinge zu sehen, für die andere blind sind.

Ansichten zu Innovation

Joseph Schumpeter

Nach Joseph Schumpeter (Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, 1911) ist Innovation die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung im Produktionsprozess, nicht schon die entsprechende Erfindung.
Innovator ist für Schumpeter der „schöpferische Unternehmer“, der auf der Suche nach neuen Aktionsfeldern den Prozess der schöpferischen Zerstörung antreibt. Seine Triebfeder sind auf der Innovation basierende kurzfristige Monopolstellungen, die dem innovativen Unternehmer Pionierrenten verschaffen. Das sind geldwerte Vorteile (auch Innovationspreise), die durch die innovativen Verbesserungen entstehen, zum Beispiel durch die höhere Produktivität einer Prozessinnovation oder durch höhere Monopolpreise einer Produktinnovation.

Jürgen Hauschildt

Laut Jürgen Hauschildt geht es bei einer Innovation grundsätzlich um etwas „Neues“: neue Produkte, neue Märkte, neue Verfahren, neue Vorgehensweisen, neue Prozesse, neue Vertriebswege, neue Werbeaussagen und vieles mehr. Innovationen sind in ihrem Ergebnis etwas „Neuartiges“, die sich gegenüber dem vorangegangenen Zustand merklich unterscheiden. Diese Neuartigkeit muss wahrnehmbar sein; nur wer die Innovation wahrnimmt, für den kann es eine Innovation sein. Die Neuartigkeit besteht darin, dass Zwecke und Mittel in einer bisher nicht bekannten Form miteinander verknüpft werden. Diese Verknüpfung muss sich auf dem Markt oder innerbetrieblich (wirtschaftlich) bewähren. So kann ein gegebener Zweck (zum Beispiel Antrieb eines PKW) mit neuen Mitteln (Wasserstoff, Autogas, Erdgas usw.) erreicht werden oder mit gegebenen Mitteln (beispielsweise bestehender Telefonleitung) ein neuer Zweck geschaffen werden (Nutzung auch zur Datenübertragung für das Internet). Die reine Hervorbringung einer Idee genügt nicht – erst Verkauf oder Nutzung unterscheidet eine Innovation von der Invention (Erfindung).

"Innovation - Herausvorderung, gewachsene Grenzen zu überwinden", Festvortrag von Jürgen Hausschildt, 1996f

Peter F. Drucker

Es gibt natürlich Innovationen, die aus einem Geistesblitz entstehen. Die meisten Innovationen, insbesondere die erfolgreichen, resultieren jedoch aus einer bewussten, zielgerichteten Suche nach Innovationschancen, die nur in wenigen Situationen zu finden sind. Innerhalb eines Unternehmens oder einer Branche gibt es vier solche Chancenbereiche: unerwartete Ereignisse, Inkongruenzen, Prozessbedürfnisse, Branchen- und Marktveränderungen.
Drei weitere Möglichkeiten bestehen außerhalb eines Unternehmens in seinem sozialen und intellektuellen Umfeld: Demografischer Wandel, Wahrnehmungswandel und neues Wissen.

Es stimmt, dass sich diese Quellen überschneiden, so unterschiedlich sie auch sein mögen, je nach Art des Risikos, der Schwierigkeit und der Komplexität, und das Innovationspotenzial kann durchaus in mehr als einem Bereich gleichzeitig liegen. Aber zusammengenommen machen sie den größten Teil aller Innovationschancen aus.

"Booksummary: Innovation and Entrepreneurship", Peter Drucker